Hashimoto und Müdigkeit

Hashimoto und Müdigkeit

Bevor ich mich ins Thema eingearbeitet habe, konnte ich mit dem Begriff Hashimoto nichts anfangen. Hashimoto, was soll das sein? Ich hätte auf etwas Japanisches getippt, vielleicht eine Kampfsportart. Tatsächlich steckt hinter dem exotisch klingenden Begriff aber eine ernst zu nehmende Erkrankung der Schilddrüse, der ich meinen heutigen Artikel widme.

Unsere Reise zum Ursprung des Begriffs führt uns tatsächlich nach Japan. Mit dem Land lag ich also gar nicht so falsch, denn Namensgeber der Erkrankung ist der japanische Arzt Hakaru Hashimoto. Er beschrieb die Krankheit Hashimoto Thyreoiditis, wie sie komplett heißt, erstmals 1912 in seiner veröffentlichten Medizinzeitschrift.

Was steckt hinter der Krankheit Hashimoto

Obwohl unsere Schilddrüse wenig Aufmerksamkeit genießt, leistet sie doch einiges. Sie sorgt dafür, dass wir uns wohl fühlen, uns nicht zu kalt oder warm ist, unsere Nerven, Muskeln und Herzkreislaufsystem stimmig und gleichbleibend gut funktionieren. Auch managt die Schilddrüse unseren Magen-Darm-Trakt und trägt zur geistigen Entwicklung Ungeborener und kleiner Kinder bei. Alle lebenswichtigen Aufgaben erfüllt die Schilddrüse, indem sie Hormone freisetzt. Beeindruckend oder?

Wenn die Schilddrüse krank wird

Als ich mir die Informationen beschafft habe, muss ich gestehen, dass ich hellauf begeistert war. Gleichzeitig wundere ich mich, dass die Schilddrüse als Organ so untergeht. Was das Herz, Gehirn oder die Lunge macht, wissen alle. Doch die Schilddrüse bleibt für viele, mir eingeschlossen, immer noch ein kleines Geheimnis. Leider ist die Schilddrüse auch relativ anfällig für Krankheiten. Nennenswert und den meisten bekannt ist die Schilddrüsenunterfunktion, direkt gefolgt von der Schilddrüsenüberfunktion. Beide Arten sind aufgrund von Hormonstörungen bedingt. Bei der Unterfunktion bildet die Schilddrüse, sofern vorhanden, keine oder nur wenige Hormone. Bei der Überfunktion ist genau das Gegenteil der Fall. Die Ursachen für solche Erkrankungen können erblich bedingt, aber auch in der Schwangerschaft auftreten. Nimmt die Mutter in der Schwangerschaft zu wenig Jod zu sich, beispielweiße durch bestimmten Fisch, kann sich eine Schilddrüsenunterfunktion beim Kind bemerkbar machen. Die Medizin ist sich uneinig, ob auch eine Entzündung für die Unterfunktion verantwortlich sein kann.

Die Krankheit Hashimoto Thyreoiditis

Neben den bekannten Erkrankungen der Schilddrüse gibt es auch eine Krankheit namens Hashimoto. Wie anfangs erwähnt, betrifft auch sie die Schilddrüse und richtet erheblichen Schaden an. Doch was macht Hashimoto genau mit unserem Körper? Hashimoto ist eine Autoimmunkrankheit. Das heißt vereinfacht gesagt, dass der Körper gegen sich selbst vorgeht. Eine Fehlfunktion des Immunsystems sorgt dafür, dass die eigenen Schilddrüsengewebe fälschlicherweise als Feind gemustert werden. Das führt dazu, dass Immunzellen die Schilddrüse attackieren, angreifen und langfristig vernichten. Welche Ursache steckt hinter einer Hashimoto Thyreoiditis? Man unterscheidet zwischen zwei Formen. Bei der häufigen atrophen Form wird die Schilddrüse langsam zerstört. Bei der selteneren Form vergrößert sich die Schilddrüse allmählich und ein spürbarer Kopf entsteht. Die Ursachen beider Formen sind noch nicht eindeutig erforscht. Man geht jedoch davon aus, dass Vererbung, Hormonelle Umstellungen, beispielsweiße ausgelöst durch eine Schwangerschaft, und körperlicher sowie psychischer Stress Faktoren sind, die Hashimoto hervorrufen können. Auch seltenere, schwere Viruserkrankungen wie Mumps und Pfeiffersches Drüsenfieber können Ursache sein. Auch die Nervenkrankheit steht im Verdacht, Hashimoto auszulösen. Wie können wir die Krankheit frühzeitig erkennen und eine Diagnose stellen? Beim Lesen stellt sich jetzt sicher die Frage: Bin ich etwa auch betroffen? Der paradoxe Nachteil an einer Erkrankung wie Hashimoto ist, dass sie keine Schmerzen verursacht. Wenn eine Krankheit keine Schmerzen verursacht, ist das doch gut, müsste man meinen. Doch das macht eine Diagnose und spätere Behandlung schwer, auch für Ärzte. Unspezifische Symptome wie Müdigkeit (dazu gleich mehr), Gewichtszunahme, Depressionen, allgemeines Desinteresse und Konzentrationsprobleme, aber auch brüchige Nägel und trockene Haut sowie starkes Frieren, auch wenn es warm ist, können Warnsignale sein, die allerdings erst dann entstehen, wenn die Schilddrüse schon zu wenig Hormone produziert. Wer ist hauptsächlich betroffen? Frauen sind deutlich häufiger betroffen, als Männer. Laut Bundesverband Deutscher Internisten, tritt die Erkrankung meist im Alter von 40-50 Jahren auf. Sind andere Familienmitglieder erkrankt, empfiehlt sich ein allgemeiner Bluttest, um Hashimoto oder andere Schilddrüsenkrankheiten auszuschließen. Ist Hashimoto behandelbar? Patienten, bei denen die Schilddrüsenkrankheit diagnostiziert wurde, müssen ein Leben lang das Schilddrüsenhormon „L-Thyroxin“ einnehmen. Damit werden die Auswirkungen behandelt, die Schilddrüse wird jedoch trotzdem verkümmern. Heilbar ist Hashimoto also nicht. Ist Hashimoto gefährlich? Wer unter Hashimoto Thyreoiditis leidet, weiß es oft gar nicht. Denn Symptome sind selten spezifisch und Patienten leben einfach so damit. Wird die Krankheit erkannt und medikamentös behandelt, lässt sich meist gut damit leben. Ergänzung: Eine Studie vom Januar 2017, bei der 2 Millionen Patienten untersucht wurden, stellte fest, dass sich bei Einigen die Wahrscheinlichkeit für Herzkrankheiten verdoppelt. Das sei aber nur bei besonders hohen Werten und bestimmten Krankheitsverläufen so. Im Einzelfall gilt es das beim Mediziner abzuklären.

Hashimoto Thyreoiditis und Müdigkeit

Jeder ist mal ausgelaugt und müde. Häufig wissen dafür auch sofort den Grund. Eine unruhige Nacht, Stress auf der Arbeit, zu wenig Schlaf. Manche Menschen finden aber keine offensichtliche Ursache für ihre ständige Müdigkeit. Eisenmangel ist noch das Harmloseste, auf das man stößt, wenn man nach den Ursachen im Internet forscht. Dass Hashimoto chronische Müdigkeit auslöst, ist vielen nicht bekannt. Das kann daran liegen, dass Hausärzte die Unterfunktion der Schilddrüse nicht behandeln, da der eigene Laborwert zwar noch in der Norm liegt, allerdings kann es durchaus sein, dass trotz vermeintlich guter Werte eine Unterfunktion vorliegt. „(..) Viele Patienten glauben, richtig eingestellt zu sein, sind es aber gar nicht. Ein TSH-Wert von 2 – 4 μIU/ml gilt in vielen Laboren als normal. Patienten mit 2 μIU/ml können aber bereits eine Unterfunktion haben.“, so Schlafexperte Dr. Lunow.

Hashimoto Thyreoiditis: Wir fassen zusammen

Die Gefahr der Krankheit liegt darin, dass sie nicht leicht zu erkennen ist und sich keine eindeutigen Symptome zeigen. Wer unter chronischer Müdigkeit leidet und diese auch nicht erklärt werden kann, sollte zunächst einen Bluttest beim Hausarzt machen. Vielleicht liegt auch einfach ein Mangel wichtiger Nährstoffe vor? Das gilt es auszuschließen. Erst im nächsten Schritt, besonders wenn sich Symptome häufen, sollte an die Schilddrüsenkrankheit Hashimoto gedacht werden. Wir hoffen, Euch ein wenig mehr über das Thema nähergebracht. Was hat Euch an diesem Artikel gefallen, was können wir noch besser machen? Wir sind gespannt auf Euer Feedback. Wie bei jedem medizinischen Artikel auf unserem Schlafblog gilt: Trotz gewissenhafter Recherche und sorgfältiger Informationsbeschaffung ersetzt dieser Artikel keinen Arztbesuch. Besonders bei einer Krankheit wie Hashimoto können nur Experten eine kompetente Auskunft und persönliche Diagnose stellen.

Alexander Schmitt

Autor: Alexander

Seit August 2016 arbeitet Alex für die Bettzeit Gruppe als Redakteur und im Bereich Social Media. Dabei beschäftigt er sich mit der täglichen Bespielung und Entwicklung der sozialen Netzwerke von Dormando, Emma und Co., egal ob Facebook, Twitter, Instagram oder dem Bettzeit Blog. Gleichzeitig recherchiert er laufend nach interessanten Themen für das Bettzeit Magazin, schreibt hierfür Artikel und schließt Verträge mit Kooperationspartnern für erfolgreiche und häufig auch langfristige Zusammenarbeiten ab. Zuletzt konnte er u.a. die YouTuberin Joyce Ilg für ein Interview und Beitrag auf Instagram gewinnen. Innerhalb seiner Abteilung variieren die Aufgaben ständig, somit wird es für Alex keinesfalls langweilig.

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