Kindermatratzen im Öko-Test: Urteil?

Gerade bei Kindermatratzen ist eine gute Qualität sehr wichtig. Die neue „DIN EN 16890“, eine Norm für die Sicherheit von Kindermatratzen, soll in Zukunft dafür sorgen, dass Kinder in ihren Betten sicherer sind. Viele Unfälle, die Kindern bis 5 Jahren betreffen, passieren zuhause. Dabei spielen natürlich auch Bettwaren und vor allem Matratzen eine Rolle. Deshalb werden Kindermatratzen ständig überprüft und das führte beim Test für die neue Norm zu Ergebnissen, mit denen Sie vielleicht nicht gerechnet hätten.

Auch, wenn im Jahre 2012 die meisten Matratzen für Kinder mit „gut“ oder sogar „sehr gut“ abschneiden konnten, sieht das im Test für die neue Norm leider anders aus. Im Test wurden 14 Modelle mit den Standardmaßen für Kindermatratzen (70 x 140 Zentimeter) getestet, ein Modell war mit 160 Zentimetern in der Länge ein wenig größer. Alle 15 Modelle wurden entsprechend der neuen DIN-Norm getestet. Unter anderem wurden folgende Kriterien geprüft:

  • Überprüfung der angegebenen Maße
  • Ausreichende Festigkeit der Matratze
  • Waschbarkeit des Bezuges und Auswirkungen auf den Härtegrad/die Größe
  • Überprüfung auf mögliche lösbare Kleinteile (Etiketten o.Ä.)
  • Für Kinder unzugängliche Füllung
  • Verarbeitungsqualität
  • Schadstofffreiheit und Ökologische Aspekte

15 Kindermatratzen im Test

15 Matratzen für Kinder wurden im Öko Test geprüft. Kindermatratzen werden im Gegensatz zu Matratzen für Erwachsene allerdings nicht auf Ergonomie oder Liegekomfort geprüft. Hierbei werden die zu prüfenden Matratzen auch zur Analyse auf Schadstoffe in verschiedenen Laboren getestet. Lediglich zwei der insgesamt 15 getesteten Modelle konnten im Test überzeugen und wurden mit „Gut“ ausgezeichnet.

Eine der getesteten Matratzen wurde als „zu weich“ eingestuft. Bei Kinder- und Babymatratzen kann das schnell fatal werden: Ist die Matratze zu weich, kann der Kopf so einsinken, dass das Kind daran ersticken kann. Nicht nur die Härte, auch die Größe spielt eine Rolle. Sind die Matratzen zu klein für das Bettgestell, kann sich das Kind im Spalt einklemmen. Im Test war allerdings das Gegenteil der Fall – ganze 12 Matratzen waren zu groß für den Bettrahmen.

7 der 15 getesteten Modelle waren mit einem aufgeklebten Etikett versehen. Diese sollten unbedingt vor der ersten Verwendung entfernt werden. Passiert das nicht, kann sich das Kind daran verschlucken oder sich Mund und Nase damit verkleben.

Gerade Matratzen für Kinder und Babys sollten schadstofffrei sein. Dennoch wurden bei über der Hälfte der Matratzen (8 von 15) Schadstoffe gefunden. Eine Matratze setzt dem ganzen noch die Krone auf, indem hier bei der Herstellung Antimon (giftiges Halbmetall), Ersatzweichmacher, Silber und halogenorganische Verbindungen verwendet werden. Das soll zu einer besseren Matratzenhygiene ohne Schimmel, Bakterien und Geruchsbildung führen, ist im Endeffekt aber eher schädlich.

Keine Testsieger?

Eigentlich entspricht keine der 15 getesteten Matratzen vollständig allen neuen Sicherheitsvorschriften. Jedoch gibt es zwei Matratzen, die sich die Bewertung „gut“ sichern konnten. Es handelt sich bei beiden Produkten um Matratzen von Naturbettwaren-Herstellern. Sie bestehen nicht, wie die meisten anderen Matratzen, aus Kaltschaum, sondern aus Naturlatex und Latexkokos. Die anderen Modelle, die ebenfalls frei von Schadstoffen waren, erreichten maximal die Note „befriedigend“. Schuld daran sind oftmals fragwürdige Werbung und optische Aufheller.

Erschreckend ist außerdem, dass viele der Hersteller überhaupt nicht auf ihr (schlechtes) Testurteil reagieren. Sie berufen sich darauf, dass die neue Norm noch nicht durchgesetzt sei und sie deshalb nicht verpflichtend sei. Das stimmt zwar, dennoch sollten die Hersteller jetzt schon anfangen, ihre Produkte zu verbessern, da die neue Norm wahrscheinlich schon 2017 verpflichtend wird. Ist bis dahin nichts geändert worden, kann es zu finanziellen Schäden für die Hersteller kommen.

Mirjam Janke

Autor: Mirjam

Mirjam ist als leitende Product Managerin im stetigen Kontakt mit vielen Matratzen-Herstellern und dabei immer auf der Suche nach neuen Produkten, die für Online-Kunden interessant sein könnten. „Ich bin stolz, aktiv an unserem großen Sortiment mitzuarbeiten, unseren Kunden die beste Auswahl zu bieten und vor allem mit unserem innovativen Dormando Matratzenberater Ihre Suche nach gutem Schlaf enorm zu erleichtern. Wir sind bei Dormando besonders stolz, auch eigens entwickelte Matratzen anbieten zu können, die unsere Kunden überzeugen."